|
Erziehung
Die Grundlage für ein stressfreies Zusammenleben von Mensch und Hund ist die Einhaltung einer für den Hund erkennbaren Rangordnung. Hierbei sollte in allen Situationen der Mensch die Führung übernehmen. Um dem Hund die Position in seinem Rudel klar zu machen, werden vom ersten Tag an, an dem der Welpe ins Haus kommt, für ihn erkennbare Regeln aufgestellt und konsequent eingehalten. Dazu muss der Hund verstehen lernen worauf es uns ankommt, d. h. welches Verhalten erwünscht und welches unerwünscht ist.
Eine gute Zeiteinteilung, wirkungsvolle Kommunikation in beide Richtungen, das Mitgehen mit den Neigungen des Hundes und die Tatsache, dass man dem Hund zeigen kann, dass es sich gut anfühlt, wenn er etwas richtig macht, all das gehört dazu, eine positive Lernatmosphäre zu schaffen. Belohnungen (freundliches Zureden, Streicheln, Spiel,...) wirken, wenn sie konsequent und ständig eingesetzt werden, als allgemein motivierende Einflüsse und auch als vorübergehende Lockmittel, weil sie dem Hund das Gefühl geben, etwas geleistet zu haben. Lob für eine gut ausgeführte Aufgabe ist für den Aufbau einer Atmosphäre der Zusammenarbeit und des Vertrauens ebenso wirkungsvoll, wie als sofortige Verstärkung für eine Reaktion. Gedankliche Verbindungen müssen solange wiederholt werden bis sie im Gedächtnis des Hundes fest verankert sind. Bis dahin ist es wichtig richtiges Verhalten konsequent (die Belohnung erfolgt jedes Mal) zu verstärken. Sobald man gewünschte Verhaltensweisen ignoriert, kann es zur Löschung dieser Verhaltensweisen kommen.
Sind Handlungsweisen bereits fest verankert, sollten sie wiederholt werden. Bei korrekter Ausführung sollte man von ständiger Wiederholung absehen, da diese den Hund unter Umständen langweilt und die Belohnung erfolgt nur noch intermittierend, d.h. sie erfolgt nach jeder dritten, vierten oder fünften Übung. Sie darf aber nie ganz ausbleiben, da sonst positive Verhaltensweisen gelöscht werden.
Was nun beim einzelnen Hund als Verstärker wirkt, ist individuell verschieden. Da ist man als Hundeführer selber gefordert, das herauszufinden. Am besten ist es, mehrere Varianten des Lobens zu beherrschen, um diese im Wechsel einsetzen zu können. Das Loben basiert auf der Grundlage des sozialen Miteinanders. Bewegung, Gestik, Mimik, Berührung und Akustik sind die anzustrebenden Motivationsbereiche, die es dem Menschen ermöglichen im Mittelpunkt zu stehen. Daher ist von einer Ausbildung rein über Beute- und Futtermotivation abzuraten.
Merke:
Eine Belohnung verstärkt bedingte, erfahrungsgemäße Reaktionen, so dass sie besser verinnerlicht werden und der Hund dazu ermuntert wird, auf dieselbe Art zu reagieren, wenn er dasselbe Signal das nächste Mal erhält. Ein Mangel an Belohnung oder auch eine Bestrafung macht es weniger wahrscheinlich, dass die Reaktion wiederholt wird. Sowohl Belohnung als auch Bestrafung verstärken die Beziehung zwischen einem Signal und der Handlung, die darauf direkt folgt.
Um erlernte Reaktionen zu erhalten, darf nur noch intermittierend verstärkt werden.
positive Verstärker = alles was vom Hund als angenehm empfunden wird:
kurzes Streicheln an der Brust, Kraulen hinterm Ohr, freundliches Zureden, Spielen, Rennen mit dem Hund,...
negative Verstärker = alles was vom Hund als unangenehm empfunden wird:
das Ausbleiben von Belohnungen, tiefe Stimme, Ignorieren,...
Hunde sind Lebewesen, die vom Ursprung her gewohnt sind in einer Hierarchie zu leben und daher eine autoritäre Denkweise besitzen. Begriffe wie Rücksichtnahme, Dankbarkeit, schlechtes Gewissen sind ihnen fremd.
Um mit einem Hund verständnisvoll zu kommunizieren, sollte der Mensch sich in die Denk- und Lebensweise eines Hundes hineinversetzen und sinnvoll nach den Regeln eines intakten Rudels handeln. So fühlt sich der Hund wohl und erkennt deutlich seine Stellung.
Gemeinsame Unternehmungen festigen die Bindung zwischen Hund und Mensch. Spaziergänge sollten genutzt werden, dem Hund die verschiedensten Aufgaben (Verstecken spielen, Gehorsamsübungen, Apportieren, über Baumstämme balancieren lassen, Schwimmen, usw.) zu stellen. Ein Spaziergang wird mit ein wenig Phantasie zu einem echten Erlebnis.
Vor allem im Welpen- und Junghundalter sollte man dem Hund die Gelegenheit geben positive Erfahrungen mit Artgenossen, anderen Tierarten, den unterschiedlichsten Menschen und verschiedenen Orten zu sammeln.
|